Alles, was du über Protektoren wissen solltest

Protektoren in der Motorradbekleidung sind inzwischen ein absolutes Muss und gehören zur Grundausstattung einer guten Motorradkombi. Wenn deine Motorradbekleidung keine geprüften Protektoren beinhalten sollte, solltest du dir unbedingt entweder eine neue Kombi zulegen oder mit passenden Protektoren nachrüsten.

Eine gute Protektorenjacke* kann deinen Schutz bei Unfällen deutlich verbessern, falls deiner Kombi ein Rückenprotektor fehlen sollte.

Wie funktionieren Protektoren in der Motorradbekleidung?

Protektoren sollen die Aufprallenergie, die beispielsweise bei einem Unfall oder Sturz entstehen, auf eine größere Fläche verteilen. Während die Aufprallenergie auf einer kleinen Fläche großen Schaden hätte anrichten können, wird die Energie auf eine größere Fläche verteilt und der Schaden vermindert.

Protektoren können so vor Knochenbrüchen oder Prellungen sehr wirkungsvoll schützen. Auch vor der Durchdringung spitzer Gegenstände schützen Protektoren sehr effektiv.

Es gibt zwei verschiedene Wirkungsweisen, wie Protektoren arbeiten:

  1. Energieverteilung

Wenn Protektoren nach der Wirkungsweise der Energieverteilung arbeiten, bestehen diese aus einem harten unnachgiebigen Material. Denn nur ein harter und stabiler Protektor kann die Energie, die auf diesen einwirkt, auf eine größere Fläche verteilen.

Würde sich der Protektor verbiegen, dann könnte die punktuelle Energie nicht auf eine größere Fläche verteilt und so entschärft werden.

2. Energieabsorption

Bei dieser Funktionsweise arbeitet ein Protektor nach dem selben Prinzip, wie die Knautschzone eines Autos. Protektoren, die nach diesem Prinzip funktionieren, nehmen die Aufprallenergie auf, indem sie sich verformen.

Während ein Auto allerdings eine recht große Knautschzone besitzt – also der Bereich, welcher sich verformen kann, ohne dass die Insassen zu Schaden kommen – sieht die Sache bei der Motorradbekleidung anders aus. Die Protektoren in der Motorradbekleidung haben allenfalls einige Millimeter, die sie sich verformen und die Aufprallenergie aufnehmen können.

In der Regel arbeiten Protektoren in einer Motorradkombi hauptsächlich nach dem Energieverteilungsprinzip. Allerdings hat man erkannt, dass es sich dennoch lohnt beide Prinzipien in moderne Protektoren zu integrieren. So bestehen heutige Protektoren meist aus einer harten Schale (Energieverteilung) und einem weichem inneren (Energieabsorption).

Aus welchen Materialien bestehen Protektoren?

Unternehmen entwickeln ständig neue Materialien, um den Schutz durch Protektoren zu verbessern.

Wie bereits oben schon erwähnt, nutzen die Hersteller inzwischen meist eine harte Schale, die die Aufprallenergie verteilt und ein weiches inneres welchen die restliche Energie absorbiert.

Als absorbierendes Material wird meist Styropor oder Weichschaum genutzt. Dieses ist weich und verformt sich durch die Aufprallenergie und nimmt dadurch etwas Energie auf.

Die Hartschalen der Protektoren bestehen meist aus speziellem Kunststoff, Kohlefasern oder gar aus Metall. Es gibt außerdem neuartige Materialien, die weich sind, sich aber bei einer gewissen Aufprallenergie schlagartig verfestigen und erhärten.

Worauf du bei Protektoren achten solltest?

Nicht jeder Schutz, der als Protektor verkauft wird, darf auch tatsächlich diesen Namen tragen. Aus diesem Grund sollte zuallererst auf die CE-Kennzeichnung achten. Sollte ein Protektor keine CE-Kennzeichnung haben, dann Finger weg!

Protektoren sollten außerdem nach der europäischen Norm EN 1621-1 geprüft worden sein. Für Rückenprotektoren ist die Norm EN 1621-2 entscheidend.

Diese Daten solltest du auf dem Produktblatt des Protektors finden. Auf dem Produktblatt muss außerdem das Institut genannt werden, wo der Protektor zur Baumusterprüfung eingereicht und zertifiziert wurde.

Der richtig Sitz

Ein Protektor muss richtig sitzen. Wenn der Protektor bei einem Sturz verrutscht, kann dieser nicht wirkungsvoll schützen. Protektoren mit einer harten Schale können dann sogar gefährlich werden und zusätzlichen Schaden verursachen.

Aus diesem Grund nutzt der beste Protektor nichts, wenn dieser nicht richtig und stabil sitzt. Dieser muss den entsprechenden Körperbereich fest umschließen. Je größer die Fläche des Protektors ist, desto besser. Denn dies erhöht die Schutzwirkung ungemein.

Rücken- und Wirbelsäulenprotektor

Eine wichtige Rolle bei einer guten Schutzausrüstung spielt der Rücken- und Wirbelsäulenprotektor*.

Rückenprotektoren müssen nach der Norm EN 1621-2 geprüft worden sein. Diese Norm teilt die Rückenprotektoren in zwei Klassen ein: Klasse 1 und Klasse 2. Rückenprotektoren der Schutzklasse 2 sind besser, da diese mehr Energie absorbieren.

Viele Rücken- und Wirbelsäulenprotektoren haben für den besseren Schutz einen Hüftgurt. Dieser ist nicht nur aus sicherheitstechnischen Gründen vorteilhaft, sondern auch aus funktionalen. So ersetzt dieser Hüftgurt einen Nierengurt. Dies haben viele Hersteller erkannt und den Hüftgurt in einen voll funktionsfähigen Nierengurt umgewandelt.

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